Tag 12 – Tobel und Heimreise

Geschrieben am 07.08.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Der Eistobel beendet dann das Ausflugsprogramm in diesem Urlaub. Ich bin bald am Morgen da, so dass noch keiner Eintrittsgeld verlangt. Der Tobel ist zwar auch sehenswert, nach den beiden Klammen in den Alpen dann doch etwas langweilig. Zumindest kann ich hier zwei unschuldige Salamander vor dem qualvollen Tod durch Nordic Walking-Stöcke bewahren.

Danke fürs Lesen.

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Tag 11 – Ausklang beim Alpsee

Geschrieben am 07.08.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Ich überlege mir, ob ich mir mit dem Immenstädter Horn noch einmal eine kleine Bergwanderung gönnen sollte. Leider scheitert die Parkplatzsuche und so folge ich einem Tipp und wandere auf der Höhe nördlich des Alpsees. Die Wanderung ist weder anspruchsvoll noch spektakulär, deshalb aber keineswegs minder schön. Allgäuer Kühe, saftige blühende Wiesen, im Tal der See und dahinter Berge. Perfekt also um den Urlaub allmählich, also gaaanz langsam und nur sehr ungern, ausklingen zu lassen.

Der Abend war gewittrig. Auf der Wiese neben meinem Parkplatz tauchen plötzlich Rehe auf. Aber nicht vier oder fünf sondern rund 30 (dreißig!) Tiere. Das Gelände war zwar eingezäunt, ich konnte in der Dämmerung aber nicht mehr erkennen, ob es eine normale Kuhweide war oder doch ein Wildgehege. Am nächsten Morgen bestätigte sich dann letzteres. Nichtsdestotrotz war es sehr beeindruckend, das Verhalten des Wilds in dieser riesigen Herde zu beobachten. Wieder eine schöne Abendunterhaltung gehabt.

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Tag 10 – Ruinen und noch eine Klamm

Geschrieben am 07.08.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Am nächsten Morgen geht es hinauf zu den beiden Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg. Beide liegen sehr nahe bei einander und bieten an diesem sonnigen Vormittag einen schönen Blick auf die Berge. Wieder unten betrachte ich die blühende Bergwiese in der Morgensonne mit Alpen als Hintergrund. Leider sind die Fotos von diesem Vormittag verschwunden.

Weiter geht es dann Richtung Oberstdorf. Hier wurde uns als Kindern leider die Breitachklamm vorenthalten. Das muss also heute unbedingt nachgeholt werden. Und auch diese Klamm lohnt sich. Faszinierend sind etwa die Baumstämme, die irgendwie verkeilt in dieser engen Schlucht stecken. Auch ein gigantischer Felssturz macht die Kraft und Macht der Natur hier sehr schön deutlich. Alles weitere erzählen die Bilder hier im Blog.

Freies Stehen mit dem Wohnmobil ist hier natürlich fast unmöglich. Nun muss ich auch zum ersten mal die Aussage „Wenn Du bei einem Platz irgendwie ein ungutes Gefühl hast, fahr‘ weiter“ anwenden. Aber irgendwas findet sich immer. Wenn es dann auch noch Alpenblick und schnelleres mobiles Internet als das DSL daheim gibt, kann man doch sehr zufrieden sein ;-)

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Tag 9 – Zwischen hässlich und wunderschön

Geschrieben am 09.07.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Mein nächstes Ziel ist wieder leicht touristischer. Ich werde irgendwie eine größere Runde um das berühmte Schloss Neuschwanstein wandern um mir dann den Pöllatfall anzusehen. Und so geht es hinauf zum Tegelberg. Highlights gibt es zunächst keine. Ich finde das Bauwerk hässlich, verschandelt irgendwie die Landschaft. Das darf man hier natürlich keinem sagen. Alles ist sehr touristisch, der Wanderweg langweilig und auch hässlich und ich befinde mich im Aufmarschgebiet der Bundeswehr. Ich glaube mein Rucksack ist schwerer als denen ihrer. Wir sind früher noch mit Gewehr und Gasmaske marschiert (okay, ich nicht…).

Nach einiger Zeit und zahllosen entgegenkommenden Turnschuhtouristen erreiche ich die Bergstation der Seilbahn…um dann festzustellen, dass ich schon weiter unten hätte abbiegen sollen und mir so diese Hässlichkeit hätte ersparen können. Zwar gibt es hier schöne Blicke ins Tal und auf die verschneiten Alpen, aber der Pfad, der oben weiter entlang führt, ist mir aufgrund der Nässe und des Restschnees zu heikel. Immerhin kann ich den letzten Schneemann in diesem Winter bauen.

Ich muss also wieder etwas nach unten um Richtung Pöllatfall und -schlucht zu gelangen. Hier zeigt sich dann, weshalb sich auch dieser Wandertag gelohnt hat. Am Wegesrand, an den Hängen und auf den Felsen wachsen wunderschöne Kiefern, jede besticht durch eine einzigartige Schönheit und einen eigenen Charakter. Manche sind richtige große Bäume, manchmal grün, manchmal nur noch Skelette vor der Bergkulisse, andere wachsen bonsaiartig scheinbar aus den Felsen heraus. Immer wieder muss ich stehen bleiben, um mir verschiedene Exemplare anzusehen. Derweil geht es immer weiter nach unten. Ein ständiger Wechsel aus Links- und Rechtskurven, manchmal tut sich ein Blick zum Schloss auf. Der Abstieg zieht sich ewig hin. Außer zwei älteren Menschen irgendwo hinter mir und zwei jüngeren Menschen, die mir entgegenkommen, ist auf dem Weg nichts los. Umso heftiger ist es, als ich plötzlich mit gefühlten fünfhundert Menschen (überwiegend natürlich Japaner) auf der Marienbrücke hinter dem Schloss Neuschwanstein und 90 Meter über dem Wasserfall stehe. Schnell Fotos machen und Flucht nach unten. Unter all den Touristen wirke ich mit meiner Kleidung auch leicht fehl am Platz.

Von unten sehe ich mir den Wasserfall an und durchwandere die sich anschließende Pöllatschlucht. An Kuhweiden vorbei geht es wieder zum Bus. Aufgrund des Touristengebiets ist natürlich nächtigen auf dem Parkplatz verboten, aber ich finde etwas entfernt einen netten Platz. Der hat zwar Hanglage, was bei allen Aktivitäten im Bus höchste Aufmerksamkeit erfordert, dafür aber Alpenpanorama und zwei Ruinen in der Nähe, die ich mir am nächsten Tag ansehen werde.

Als ich dann ins Bettchen wollte ging der Mond auf und es war einfach nur noch wunderschön. Vollmond, die Umrisse der Berge und Bäume, Kuhglocken und das Gezirpe der Grillen in einer vergleichsweise lauen Sommernacht.

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Tag 8 – Winter

Geschrieben am 18.06.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Der Morgen ist kalt und ungemütlich. Zwar nicht so kalt, dass ich die Heizung einschalten müsste, aber doch so kalt, dass ich den wärmenden Schlafsack nur ungern verlassen möchte. Der frische Schnee vom Wochenende ist aber doch sehr verlockend. Und so suche ich mir den nächstbesten Berg auf der Karte. Aufgrund dessen Entfernung vom Parkplatz fahre ich soweit es geht mit dem Rad, schließe es an einem Baum an und steige dann einen Pfad hinauf. Der Weg verläuft zunächst kammartig auf einer Erhöhung entlang, links und rechts rauscht im Abgrund immer wieder Wasser. Mein Ziel ist die Hohe Bleick, 1638 m hoch. Später wird dann der Pfad wieder zu Serpentinen und verläuft rein gefühlt endlos in die Höhe. Dann tauchen immer mehr frische weiße Flecken auf. Noch weiter oben erwartet mich dann eine fast geschlossene Schneedecke, nur ab und an scheint zwischendurch ein bisschen Grün durch, das daran erinnert, dass es Mai ist und nicht November. Aussicht gibt es zunächst keine, Wolken ziehen über den Berg. Ich freue mich wie ein Kind über die weiße Pracht und baue einen kleinen Schneemann. Am Gipfelkreuz muss ich noch den guten Handyempfang nutzen, um ein paar Mails mit Fotos zu verschicken. Im Tal ist der Empfang nicht immer ausreichend. Irgendwann zwingt mich dann die Kälte doch zum Abstieg, vorher erscheinen noch ein paar der umliegenden Berge zwischen den Wolken.

Auf der Rückfahrt kommt mir ein anderer Radfahrer entgegen, der dem Gepäck nach zu urteilen auf einer weiteren Tour ist. Die einzige menschliche Begegnung an diesem Wandertag.

Der Abend im Bus wird dann schön warm und gemütlich. Ich entzünde endlich meine Kerzen, die ich schon vor langem mal eingepackt habe, und lese.

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