Panoramabild aus der Luft – Entstehung

30. August 2010

Kleines Making of zum Panorama “Aus der Luft”

Klicken für interaktive Version

Das Bild wurde auf den ersten Blick scheinbar schwebend über den Baumwipfeln aufgenommen.

Es entstand aber auf einem 25 Meter hohen Aussichtsturm, welcher sich auf dem Rauhen Kulm im Oberpfälzer Wald befindet. Von einem Turm ist jedoch nichts zu sehen (wie etwa auf älteren Bildern hier und hier; neuere folgen evtl.).

Mit 10mm Brennweite wurden Freihand insgesamt 13 Fotos in sämtlichen Richtungen geschossen, wahrscheinlich weit mehr, als nötig wären. Dabei habe ich darauf geachtet, dass am unteren Bildrand gerade noch der Turmfuß zu erkennen ist.

Die Aussichtsplattform ist sechseckig, wobei drei Seiten deutlich länger sind. Der Umfang beträgt etwa 30 Meter und die Fläche ist circa 50 Quadratmeter (wobei sich im Inneren die Treppen befinden). Am Bodenbild blieb nur ein kleiner Bereich vom Turm übrig, den ich – zugegeben schnell und etwas unsauber – weg retuschiert habe.

Da die Plattform großflächig überdacht ist, war ein Himmelbild nicht möglich. Hierfür habe ich einfach den Himmel eines anderen Panoramas eingesetzt, in Wirklichkeit war das Wetter sogar etwas besser.

Einblick in die Panoramafotografie

26. Juni 2010

→ direkt zur Anleitung von Hugin

Verständlicherweise werde ich des öfteren gefragt, wie die Panoramabilder auf meiner Seite entstehen, welche Ausrüstung und Software man dafür benötigt. Natürlich gibt es im Internet viele Anleitungen zu diesem Thema und meist verweise ich auch auf diese, weshalb es jetzt höchste Zeit für diesen Artikel ist. Zur Aufnahme der Bilder werde ich keine genaue Anleitung schreiben, sondern eher auf die benötigte Ausrüstung bzw. die von mir verwendete Ausrüstung eingehen. Detaillierter werde ich die kostenlose Software Hugin beschreiben, mit welcher ich die aufgenommenen Einzelbilder zu einem Kugelpanorama zusammensetze.

Ausrüstung

Kamera und Objektiv

Beginnen wir also zunächst mit der Ausrüstung und erwartungsgemäß mit der Kamera.

Grundsätzlich kann man mit jeder (digitalen) Kamera Kugelpanoramen erstellen, also auch mit einer herkömmlichen Kompaktkamera. Allerdings sind bei längeren Brennweiten mehr Einzelbilder notwendig. Das kann etwa bei sich bewegenden Motiven beim Zusammensetzen der Bilder Probleme geben. Auch beim Himmel kann es zu Schwierigkeiten kommen, da die Software bei komplett blauen Bildern keine Gemeinsamkeiten findet und diese dann nicht zusammensetzen kann.
Meist wird das Zusammensetzen der Einzelbilder zu einem Panorama als “stitchen” bezeichnet (eng. to stitch – nähen).
Ich selbst habe aber lange Zeit mit einer Bridgekamera fotografiert bis ich zu einer Spiegelreflex gewechselt bin.

Einsteigern wird oft gleich der Kauf eines Weitwinkel- oder Fischaugenobjektivs empfohlen. Solche Objektive kosten aber eine Menge Geld, weshalb sich eine Anschaffung am Anfang eigentlich nicht lohnt. Bei einem Fisheye sind für ein komplettes Panorama nur etwa vier bis acht Bilder notwendig, was das Fotografieren und die spätere Bearbeitung natürlich erheblich erleichtert aber eigentlich als Luxus einzustufen ist.

Ich selbst fotografiere mit einer Pentax K200D und passendem Fisheye (10-17mm).

Nodalpunktadapter

Kleine interaktive Mitmachaufgabe: Man schließe ein Auge und halte vor das geöffnete in etwa 10 bis 20 Zentimeter Abstand einen Finger (oder Stift oder sonstwas). Wenn man nun den Kopf dreht, wird man feststellen, dass sich der Hintergrund zum Finger verschiebt. Damit das nicht der Fall ist, müsste man das Auge soweit nach hinten versetzen dass es am Drehpunkt des Kopfes liegt.

Genau das gleiche ist auch beim Schwenken der Kamera der Fall. Die Software wird später durch den verschobenen Hintergrund Probleme haben die Einzelbilder vernünftig zusammenzusetzen. Daher gibt es den so genannten Nodalpunktadapter.
Man kann sich einen solchen Adapter für wenige Euro selbst bauen oder auf fertige Lösungen wie etwa den Panosaurus oder den Nodal Ninja zurückgreifen (um nur zwei Adapter zu nennen, es gibt noch zahlreiche weitere).
Ersterer ist günstiger, dafür schwerer, größer und unkomfortabler. Letzterer kostet mehr, ist klein und leicht und bietet zum Beispiel so genannte Klickstopps, so dass der Panoramakopf beim Drehen automatisch bei festen Gradzahlen einrastet. Wie beim Fisheyeobjektiv kann man hier also auch in Luxus investieren oder eben die einfachere Variante nehmen. Durch den Gewinn eines Nodal Ninjas 3 bei einem Panoramawettbewerb wurde mein Panosaurus glücklicherweise abgelöst.

Vergleich Nodal Ninja mit dem Panosaurus

Stativ

Hier sollte man sich gleich was ordentliches anschaffen (wenn man sowieso schon fotografiert). Günstige Stative für 20 Euro sind viel zu wackelig, so dass sich etwa ein Dreibein vom Typ Manfrotto 190 eher lohnt. Da meine Panos meist draußen entstehen verwende ich mittlerweile aber ein leichteres Einbeinstativ, was das zu tragende Rucksackgewicht und auch die Aufbauzeit enorm verkleinert. Für den Anfang ist ein Dreibein aber sicherlich besser, da man mehr mit dem Fotografieren selbst beschäftigt ist und sich nur schwer auf das korrekte Halten des Einbeins konzentrieren kann.

Zum Stativ fehlt noch der passende Stativkopf, hier reicht meiner Meinung nach ein einfacher Kugelkopf zur Ausrichtung der Kamera bzw. des Nodalpunktadapters.

Damit wäre die Panoramaausrüstung komplett und man kann mit dem Fotografieren beginnen.

Fotografieren

Automatik aus. Bei der Panoramafotografie ist es wichtig, dass alles manuell fest eingestellt ist, wie etwa Belichtungszeit, Blende, Weißabgleich, ISO und Fokus. Andernfalls wird das spätere Resultat nicht zufriedenstellend sein. Am schwierigsten ist es die richtige Belichtung zu wählen. Da wir ja in alle Richtungen fotografieren, haben wir auf der einen Seite gleißendes Sonnenlicht und auf der anderen Seite vielleicht dunkelsten Schatten. Da ich hier jetzt nicht auf Belichtungsreihen, HDR oder ähnliches eingehen will, müssen wir versuchen einen geeigneten Mittelwert zu finden. Mit ein bisschen Übung und Probieren sollte das aber gelingen.

Die Einzelbilder werden so aufgenommen, dass sie sich ausreichend, etwa zu 20-30%, überlappen. Bei einer längeren Brennweite sind dafür mehrere Reihen notwendig, bei kürzeren reicht eine Reihe sowie ein Himmel- und ein Bodenbild.

Für das Bodenbild wird das Stativ entfernt und die Kamera Freihand etwa in der richtigen Position ausgelöst. Bei unregelmäßigen Untergründen wie Fels sollte es später problemlos möglich sein, auch den Boden zusammenzusetzen. Bei regelmäßigen Belägen wie etwa Fließen ist später leider Nacharbeit nötig. Daher zuerst mal draußen fotografieren.

Zusammensetzen – Anleitung Hugin

Die Einzelbilder setze ich mit der kostenlosen Software Hugin zusammen.

Nach dem Starten von Hugin müssen zunächst die Einzelbilder hinzugefügt werden. Dies geschieht entweder per Drag&Drop oder über die Schaltfläche 1. Bilder laden…

Nach dem Starten von Hugin müssen zunächst die Einzelbilder hinzugefügt werden. Dies geschieht entweder per Drag&Drop oder über die Schaltfläche 1. Bilder laden…

Anschließend muss der Objektivtyp und ggf. Brennweite und Formatfaktor eingegeben werden.

Unter dem Register Bilder finden wir nun die Einzelbilder. Wir klicken auf die Schaltfläche Kontrollpunkte erstellen.

Hugin sucht nun die gemeinsamen Punkte der Einzelbilder. Je nach Anzahl der Bilder und Rechnerleistung kann dieser Vorgang einige Zeit in Anspruch nehmen. Anschließend öffnet sich ein Dialogfenster, welches wir mit OK bestätigen.

Unter der Registerkarte Kontrollpunkte sehen wir nun die gefundenen Kontrollpunkte.

Kontrollpunkte lassen sich löschen, verschieben und hinzufügen.

Als nächstes ist der Schritt Optimieren an der Reihe, welchen wir unter dem gleichnamigen Menüpunkt finden. Wir wählen dazu Ausrichtung (inkrementell, vom Anker beginnend) und klicken auf Optimierung starten.

Das Bestätigungsfenster im Anschluss der Optimierung mit dem Ergebnis bestätigen wir mit Ja.

Zu weiteren Optimierungszwecken empfiehlt sich die Kontrollpunktetabelle, welche sich über F3 oder über das Menü Ansicht aufrufen lässt. Ich sortiere hier die Punkte nach Abstand und lösche zunächst alles mit Werten über 100. Weitere hohe Zahlen schaue ich mir kurz an und lösche ggf. falsche Punkte.

Als nächstes führen wir noch einmal den Optimierer aus, zunächst mit Ausrichtung (inkrementell, vom Anker beginnend) und dann noch Alles.

Dann öffnen wir das Vorschaufenster, entweder über die Symbolleiste oder unter Ansicht.

Hier können wir nun ggf. Bilder vom folgenden Stitchingprozess ausschließen und mit der linken Maustaste den Bildmittelpunkt festlegen. Sinnvoll ist zudem noch ein Klick auf Ausrichten, was den Horizont begradigt.

Anschließend optimiere ich das Bild noch einmal. Dann geht es schon ans Zusammenfügen. Unter diesem Menüpunkt können wir verschiedene Einstellungen vornehmen und klicken dann auf Jetzt zusammenfügen!

Nun nur noch den Speicherort auswählen, den Dateinamen eingeben und auf Speichern klicken. Der jetzt folgende Stitchingvorgang nimmt etwas Zeit und Rechnerleistung in Anspruch.

Anschließend erhalten wir unser sphärisches Panorama, welches wir lokal zum Beispiel mit dem DevalVR player betrachten können.

Nachbearbeitung und Export

Hugin liefert das fertige Panorama als aufgeklappte Kugel, also wie eine Weltkarte bei der es dann natürlich zu Verzerrungen im oberen und unteren Bereich kommt. Mit einer Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop oder Gimp kann man etwaige Fehler im mittleren Teil aber schon korrigieren. Hierfür sind einfache Grundkenntnisse wie das Arbeiten mit Ebenen und Klonen von Nöten.
Um Stitchingfehler im Bodenbild zu beheben oder dort einen Schriftzug oder ein Logo einzufügen, ist es notwendig, das Kugelbild in Würfelflächen zu exportieren/konvertieren. Ich verwende dafür Pano2QTVR. Das Programm ermöglicht es zudem, das Bild im Quicktimeformat zu speichern.

Linkliste

Zum Abschluss noch einige Internetseiten, auf denen man das Thema vertiefen kann.

Ältere aber gute und systematische Anleitung zum Erstellen eines Panoramas

Informationen zum Nodalpunktadapter und Kugelpanoramen

Ausführliches Hugin-Tutorial

Schritt-für-Schritt-Video und weitere Tipps (engl.)

Panorama-Community: Forum zur Panoramafotografie

Wetterwarnungen für eigene Internetseite

15. Mai 2010

Die Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes lassen sich per PHP-Skript auslesen und auf der eigenen Seite darstellen. Besonders für Wetter- und Webcamseiten oder Internetseiten mit regionalem Bezug ein nützlicher Service für die Besucher.

Wichtig ist eine Genehmigung des Deutschen Wetterdienstes, welche mit einer freundlichen E-Mail in der Regel schnell erteilt wird.

Das Skript liest die DWD-Seite mit der Warnung aus und stellt diese angepasst an die eigene Seite dar.

Anzeige einer Wetterwarnung

Livedemo unter cam.pl24.de/warnung.php

Zunächst wird der Titel angezeigt bzw. eine Meldung, wenn keine Warnung vorhanden ist.  Der Link und der Ort müssen angepasst werden. Falls Probleme mit der Darstellung von Umlauten auftreten, werde diese entsprechend ersetzt.

<?php
$lines = file ("http://www.wettergefahren.de/dyn/app/ws/html/reports/BTX_warning_de.html");
for ($i = 20; $i <= 21; $i++) {
$warnung1 = strip_tags($lines[$i],"<br>");
$warnung1 = str_replace("ü", "ü", "$warnung1");
$warnung1 = str_replace("ä", "ä", "$warnung1");
$warnung1 = str_replace("Ö", "Ö", "$warnung1");
$warnung1 = str_replace("ö", "ö", "$warnung1");
$warnung1 = str_replace("Ä", "Ä", "$warnung1");
$warnung1 = str_replace("vorhanden:", "vorhanden:<br><br>", "$warnung1");
$warnung1 = str_replace("Warnungen - Bayreuth", "Zur Zeit sind keine Warnungen für Bayreuth vorhanden.", "$warnung1");
echo $warnung1."";
}
?>

Dann werden (falls vorhanden) die eigentlichen Wetterwarnungen angezeigt. Auch hier muss wieder der Link und weitere Ausdrücke, zu denen ein Absatz oder eine Formatierung hinzugefügt werden soll, angepasst werden:

<?php
$lines = file ("http://www.wettergefahren.de/dyn/app/ws/html/reports/BTX_warning_de.html");
for ($i = 38; $i <= 190; $i++) {
$warnung = strip_tags($lines[$i],"<a>");
$warnung = str_replace("ü", "ü", "$warnung");
$warnung = str_replace("Ü", "Ü", "$warnung");
$warnung = str_replace("ä", "ä", "$warnung");
$warnung = str_replace("Ä", "Ä", "$warnung");
$warnung = str_replace("Ö", "Ö", "$warnung");
$warnung = str_replace("ö", "ö", "$warnung");
$warnung = str_replace("ß", "ß", "$warnung");
$warnung = str_replace("Â", "", "$warnung");
$warnung = str_replace("Amtliche", "<b>Amtliche", "$warnung");
$warnung = str_replace("für", "</b><br>für", "$warnung");
$warnung = str_replace("gültig", "<br><br>gültig", "$warnung");
$warnung = str_replace("Uhr", "Uhr<br><br>", "$warnung");
$warnung = str_replace("für Landkreis", "<br>für Landkreis", "$warnung");
$warnung = str_replace("DWD", "<br><br>DWD", "$warnung");
$warnung = str_replace("München", "München<br><br><br>", "$warnung");
$warnung = str_replace("<div>", "", "$warnung");
$warnung = str_replace("<a name=\"WS_ANCHOR_4\"></a><a name=\"WS_ANCHOR_0\"></a>", "", "$warnung");
$warnung = str_replace("<div class=\"app_ws_create_date\">", "", "$warnung");
$warnung = str_replace("<hr />", "", "$warnung");
echo $warnung."";
}
?>



ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider


Um zusätzlich einen Warnhinweis anzuzeigen (z.B. auf der Startseite oder im Navigationsmenü), wenn eine Wetterwarnung vorhanden ist, kann man folgenden Code verwenden. Wenn keine Warnung vorliegt, erscheint kein Text. Anpassungen sind beispielsweise mittels CSS möglich. Bei mehreren Warnungen wird zur Zeit nur die erste Meldung angezeigt.

<?php
$lines = file ("http://www.wettergefahren.de/dyn/app/ws/html/reports/BTX_warning_de.html");
for ($i = 38; $i <= 39; $i++) {
$warnung = strip_tags($lines[$i],"<a>");
$warnung = str_replace("Amtliche ", "", "$warnung");
$warnung = str_replace("ü", "ü", "$warnung");
$warnung = str_replace("ä", "ä", "$warnung");
$warnung = str_replace("ä", "ä", "$warnung");
$warnung = str_replace("Ö", "Ö", "$warnung");
$warnung = str_replace("Ä", "Ä", "$warnung");
echo $warnung."";
}
?>

Sicherlich ist das Ganze nicht optimal gelöst, Anregungen und Verbesserungsvorschläge sind daher willkommen.

Eine Demo des Skripts findet sich unter cam.pl24.de/warnung.php. Bei Verwendung des Codes freue ich mich über einen Link auf diese Seite.

Alle Angaben ohne Gewähr. Verwendung auf eigene Gefahr.

Spektakuläre Panoramabilder

13. Februar 2010

Die meisten von uns wären wahrscheinlich nicht mal mehr in der Lage den Auslöser zu drücken. Spektakuläre Panoramabilder (ent-)führen den Betrachter in schwindelerregende Höhen und extreme Situationen.

So zeigt Bernd Dohrmann auf seiner Seite 360bilder.de Panoramen, die beim Fallschirmsprung (und kurz davor) und während eines Loopings in einem Kunstflugzeug aufgenommen wurden. Bei 2G entstand wegen der schwierigen Belichtung beim dritten Versuch ein atemberaubendes Panorama.

Ignacio Ferrando Margelí nimmt einen mit zum Klettern – mehrere hundert Meter über dem Boden. Das Bild gibt es auch in einer Version für Männer. Oder wie wäre es mit dem bekannten Panorama aus einem Rettungshubschrauber? Wer einstweilen genug von der Höhe hat kann zum Rafting gehen. Hier hing der Fotograf an einem Seil über dem reißenden Fluß.

Für Architekturinteressierte gibt es ein Pano auf der Harbour Bridge von Sydney.

Zum Abschluss noch zwei Bilder vom Eisklettern in den Pyrenäen und vom Sonnenuntergang in Frankreich.

Der Fränkische Gebirgsweg

6. Januar 2010

Der Fränkische Gebirgsweg in Nordbayern wurde im September 2007 offiziell eröffnet. Er verläuft auf einer Länge von über 400km durch den Frankenwald, das Fichtelgebirge mit dem Steinwald, die Fränkische Schweiz und die Hersbrucker Schweiz.

Wegweiser Fränkischer Gebirgsweg

Der Fernwanderweg ist sehr gut markiert. Er beginnt wie der Frankenweg am Ende des Rennsteigs in Untereichenstein und endet in Hersbruck. Während des Aufbau des Weges wurden viele neue Wegweiser mit Entfernungsangaben errichtet und an wichtigen Wegpunkten wurden Informationstafeln aufgestellt, an denen der Besucher zum Beispiel mehr über landschaftliche Besonderheiten erfährt. Über die Hälfte der Strecke des Fränkischen Gebirgswegs liegt im Fichtelgebirge, wo der Weg die Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Höhepunkte des Mittelgebirges miteinander verbindet.

Da der Streckenverlauf auf der offiziellen Seite mittlerweile sehr gut beschrieben und zudem mit topographischen Karten und GPS-Daten dokumentiert ist, soll hier vor allem auf natürliche Highlights und Besonderheiten eingegangen werden.

Der Wanderweg eignet sich sowohl für Tageswanderungen als auch für mehrtägige Touren.

Abschnitt Frankenwald

Der Fränkische Gebirgsweg startet am Ende des Rennsteigs in Blankenstein und verläuft von dort aus nach Münchberg. Die landschaftlichen Highlights halten sich in Grenzen. Der Weg dient wohl vielmehr als Verbindung der beiden Fernwanderwege.

Abschnitt Fichtelgebirge

Das Fichtelgebirge ist ein größtenteils bewaldetes Mittelgebirge. Der Fränkische Gebirgsweg verläuft in der Landschaft mit Höhen bis über 1000 Metern meistens auf idyllischen Pfaden. Am Weg liegen eindrucksvolle Felsen aus Granit, die oftmals über Treppen zu erreichen sind und wie die Gipfel im Fichtelgebirge eine herrliche Aussicht bieten. Zahlreiche Flüsse und Bäche entspringen an den Hängen der Berge.

Leider gibt es nur sehr wenige Schutzhütten, teilweise bieten aber Felsen Übernachtungsmöglichkeiten. Zudem gibt es Unterkunftshäuser des Fichtelgebirgsvereins, in denen man nächtigen kann. Allerdings sollte man dort rechtzeitig vorher anfragen. Die Orte am Weg verfügen natürlich über Pensionen und Hotels.

Der Abschnitt Fichtelgebirge startet in Münchberg, eine Stadt, die man möglichst schnell hinter sich lassen sollte. Nach Zell führt der Weg in das Waldsteingebirge, wo man zunächst auf die Quelle der Sächsischen Saale trifft, die aus einem alten Bergwerksstollen entspringt. Der Wanderweg lässt dann einige Felsen links liegen, jedoch lohnt sich ein Abstecher zum Arndsteinfels, von dem aus man auf Teile des bisher erwanderten Weges zurückblicken kann. Man erreicht nun den Großen Waldstein, mit 879 Meter der erste Gipfel im Fichtelgebirge. Hier findet man Reste der Ruine Rotes Schloss. Am Weg entdeckt man neben zahlreichen Felsen auch den bizzaren Teufelstisch. Höhepunkt ist der Aussichtspunkt Schüssel, von dem man eine schöne Rundumsicht hat und die kommenden Ziele begutachten kann. Im Waldsteinhaus kann übernachtet werden.

Als nächstes liegt die Ruine Epprechtstein am Weg. Auch sie bietet eine schöne Aussicht. Zahlreiche alte Steinbrüche liegen in diesem Gebiet, die über einen Rundweg erschlossen sind. Hier kann man sich mit bereitliegenden Werkzeugen auch selbst beim Steinemeiseln vergnügen. Unterhalb der ehemaligen Burg liegt eine Schutzhütte.

Vorbei an Kirchenlamitz geht es Richtung Kornberg. Im Südwesten des Großen Kornberges befindet sich bei den Zigeunersteinen der Wackelstein. Er lässt sich mit Hilfe einer Stange als Hebel problemlos ins Wanken bringen. Im Fichtelgebirge gibt es noch zwei weitere Wackelsteine.

Es geht nun weiter bergauf zur Ruine Hirschstein. Sie zählte einst zu den ältesten Burgen des Fichtelgebirges. Die Felsen bieten eine schöne Aussicht Richtung Süden und somit auch ein sonniges Plätzchen. Auf dem Nordweg geht es weiter zum Gipfel des 827 Meter hohen Großen Kornbergs. Dort befindet sich ein ehemaliger Aufklärungsturm der Bundeswehr und der Aussichtsturm Schönburgwarte. Der Abstieg erfolgt Richtung Spielberg. Später trifft man auf die A93. Danach führt der Weg durch das Tal der Eger. Der Wanderweg passiert einige kleinere Ortschaften und trifft dann auf Arzberg, von wo aus er hinauf auf den Kohlberg mit der Waldenfelswarte führt. Der Name Kohlberg kommt von den ehemaligen Kohlemeilern am Südhang des Berges. Scherzhaft wird der Kohlberg aber auch Zuckerhut genannt, weil dort früher Zucker über die nahe gelegenen Grenze zu Tschechien geschmuggelt wurde. Wer noch Zeit hat, kann auch einen Abstecher zum Feisnitzspeicher machen, einem kleinen Stausee.

Der Fränkische Gebirgsweg orientiert sich nun weiter Richtung Osten um so nach Waldsassen zu gelangen. Danach geht es, vorbei an Mitterteich, wieder in die andere Richtung um zum Steinwald zu wandern. Der Steinwald ist ein kleiner Naturpark im Südosten des Fichtelgebirges. Der erste Felsen ist der Hackelstein. Unterhalb befindet sich eine Schutzhütte. Am Nachbarfelsen gibt es auch einen kleinen Klettersteig (den einzigen im Fichtelgebirge). Der Hackelstein ist aber auch ohne Ausrüstung zu bezwingen.

Dann geht es auf einem schönen Pfad hinauf zur Ruine Weißenstein. Von ihr waren nur noch einige Reste übrig. Sie wurde vor etwa zehn Jahren restauriert und ist heutzutage gut zugänglich und deshalb auch gerne besucht. Anschießend geht es leicht aber stetig bergauf zur Platte, der höchsten Erhebung des Steinwaldes. Dort befindet sich der Oberpfalzturm. Nachdem der alte Turm aus den 70er Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste, errichtete man 2000 den jetzigen Aussichtsturm. Die Aussichtsplattform liegt in etwa 30 Meter Höhe. Es gibt dort auch einen kleinen Unterstand. Man trifft hier zudem auf den Goldsteig und könnte darauf direkt in den Bayerischen Wald weiter wandern.

Der Fränkische Gebirgsweg verlässt leider den Steinwald, ohne dass man die zahlreichen und sehenswerten Felsen zu Gesicht bekommt. Es lohnt sich hier einen Abstecher zu machen.

Der Wanderweg geht zunächst in dichter besiedeltes Gebiet und dann Richtung Kösseine. Hier liegt rechts des Weges nördlich von Schurrbach ein weiterer Wackelstein, der mit der bloßen Hand ohne großen Kraftaufwand ins Wanken gebracht werden kann. Die 939 Meter hohe Kösseine ist einem wegen des charakteristischen Doppelgipfels bestimmt schon vorher aufgefallen. Man sollte hier am Aussichtsturm vorbeigehen, um dann an den Felsen die Aussicht und Ruhe zu genießen. Das Kösseinehaus bietet nach Voranmeldung Übernachtungsmöglichkeiten.

Im nördlichen Kösseinegebiet geht es zum Haberstein. Der Felsen ist über Treppen zu erreichen, schöne Rundumsicht. Auf halber Höhe befindet sich eine hölzerne Plattform, die zum längeren Pausieren einlädt. Dann geht es auch schon weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem Burgstein mit dem gleichnamigen Felsen. Auch Johann Wolfgang von Goethe und Ludwig Tieck genossen hier schon die Aussicht. Weiter in Richtung Norden liegt der Kaiserfelsen. Nach ihm beginnt das Felsenlabyrinth Luisenburg. Diese einmalige Felsenlandschaft sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Riesige Felsen bilden Höhlen, enge Durchgänge und steile Pfade. Mit großen Rucksäcken wird man allerdings an manchen Stellen Probleme bekommen. Der Fränkische Gebirgsweg selbst führt am Labyrinth vorbei. Eventuell kann man sein Gepäck unten an der Kasse oder in der Gaststätte abgeben.

Der Wanderweg macht einen Knick nach Süden und führt nach Nagel. Wenn man dort nicht hin muss (wegen Übernachtung o.ä.) sollte man vorher nach Hohenbrand abzweigen und Richtung Hohe Matze wandern. Von dort aus geht es auf dem Höhenweg (ein schöner Pfad) zur Girgelhöhle, wo man wieder auf den Gebirgsweg trifft. Laut einer Geschichte soll sich dort der Girgel wegen eines Verbrechens (Mord eines Nebenbuhlers) versteckt haben. Er hat sieben Jahre in der Höhle gewohnt bis er schließlich entdeckt und hingerichtet wurde. Es folgen die Prinzenfelsen. Auch hier Treppe auf Fels und Aussicht. Anschließend wird man am Silberhaus mit der B303 konfrontiert. Nach der waghalsigen Überquerung geht es aber auf einem Pfad durch den Wald hinauf zur Platte. Die Platte ist 884 Meter hoch und bietet eine schöne Aussicht Richtung Tschechien und zur Kösseine. Oben befindet sich ein Gipfelkreuz mit Gipfelbuch, darunter bilden Felsbrocken ein etwa 12000 Quadratmeter umfassendes Blockmeer, das unter Naturschutz steht. Empfehlenswert ist die Beobachtung des Sonnenunter- und Sonnenaufgangs.

Morgenstimmung im Fichtelgebirge, aufgenommen von der Platte

Übers Seehaus (Übernachtung nach Voranmeldung möglich) führt der Weg weiter zum Nusshardt. Vom 972 Meter hohen Nußhardt hat man einen herrlichen Rundblick (ihr kennt das ja mittlerweile) u.a. auf den Fichtelsee, Ochsenkopf und Schneeberg. Die mit Wasser gefüllten Vertiefungen auf dem Felsen werden bzw. wurden als Druidenschüsseln oder Opferwannen bezeichnet. Unter dem Nußhardt befindet sich eine “Höhle”, die Nußhardtstube.

Danach folgt der Anstieg zum Schneeberg. Mit 1051 Metern der höchste Berg Frankens und somit auch der höchste Punkt dieser Wanderung. Der Gipfel des Berges ist von alten militärischen Anlagen aus dem Kalten Krieg geprägt. Bis 1996 war der Gipfelbereich nicht zugänglich, heute steht ein großer Teil unter Naturschutz. Bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 3,7 Grad Celsius gibt es hier seltene Pflanzen und Tiere. Zudem steht auf einem Felsen der kleine hölzerne Aussichtsturm Backöfele.

Schneeberggipfel

Schneeberggipfel

Man verlässt den Schneeberg und kommt am 1000 Meter-Stein vorbei, der einen nochmal auf die Höhe hinweißt. Es geht nun langsam bergab bis zu einem Abstecher zum Haberstein. Durch den Einsturz einer Felsbildung/Felsburg und der späteren Einwirkung von Frost (Frostsprengung) entstand hier das größte natürliche Blockmeer im Fichtelgebirge. Die mit seltenen Moosen und Flechten bewachsenen Trümmer sind bereits seit 1939 Naturschutzgebiet. Zudem dient der extreme Lebensraum Blockhalde seltenen Tieren als Heimat. Der Blick geht auf die andere Talseite zum Ochsenkopf, der zwar in greifbarer Nähe ist, aber erst in 10 Kilometern erreicht wird. Vorher geht es nämlich hinunter zum Fichtelsee, den der Fränkische Gebirgsweg halb umrundet (es gibt dort eine Brücke). Schutzhütten sind dort vorhanden.

Vorbei an Fichtelberg geht es nach oben zum Ochsenkopf. Man trifft zunächst auf die Fichtelnaabquelle (Schutzhütte) und kann die Aussicht vom Weißmainfels genießen. Dann kommt man zum Ursprung des Mains, bzw. des Weißen Mains, einem der beiden Quellflüsse. In der Nähe der Weißmainquelle gibt es eine Schutzhütte. Bevor man den Gipfel erreicht, sollte man nochmal die Stille am Goethefelsen genießen. Der 1024 Meter hohe Ochsenkopf ist touristisch nämlich sehr gut erschlossen (Seilbahn, Gaststätte, Türme, Sommerrodelbahn, Mountainbiketrail usw.). Der Abstieg erfolgt nach Norden. Vorbei am sagenumwobenen Schneeloch, das direkt rechts am Weg liegt, geht es Richtung Bischofsgrün. Vorher hat man vom Hügelfels einen Blick über den Ort. Wer kein Bedürfnis hat dort hin zu gehen, kann am Beginn der Sommerrodelbahn nach links abzweigen und somit etwas abkürzen.

Der Weg führt nun lange durch den Wald und trifft vor Goldkronach auf den Fürstenstein. Dann geht es Richtung Süden und man kommt immer wieder durch menschliche Siedlungen. Man passiert kleinere Ortschaften und kommt schließlich über den Main (diesmal der Rote Main) in den Park der Eremitage. Man sollte sich für die Anlage kurz Zeit nehmen. Mit etwas Glück erlebt man die Wasserspiele.

Abschnitt Fränkische Schweiz/Frankenalb

Nach der Eremitage folgen ein paar Vororte von Bayreuth bis man wieder auf den Main trifft. Dort ist nicht nur für geologisch Interessierte ein Abstecher zur Bodenmühlwand zu empfehlen. An einem Prallhang des Roten Mains befindet sich die etwa 20 Meter hohe Felswand. Dort sind Schichten des Keuper freigelegt. Auch Versteinerungen wurden entdeckt. Die Bodenmühlwand zählt zu Bayerns schönsten Geotopen.

Der Wanderweg orientiert sich am Roten Main und führt nach Creussen. In einem kleinen Bogen geht es durch das historische Städtchen, bis man wieder in bewaldetes Gebiet gelangt. Auf einer Forststraße erreicht man die zweite Quelle des Mains. Die Rotmainquelle ist nicht ganz so schön gefasst wie die des Weißen Mains. Dafür ist sie auch seltener besucht.

Später lernt man mit der A9 eine weitere Autobahn kennen (sofern man erst in Münchberg gestartet ist). Der Weg führt dann weiter durch Wald. Ein weiteres Highlight am Weg ist die Neubürg. Das Hochplateau bietet sowohl eine schöne Aussicht als auch sehenswerte Kunstwerke, die den NaturKunstRaum Neubürg bilden. Weiter geht es nach Norden, vorbei an Obernsees, Schönfeld und weiteren Ortschaften, bis der Weg wieder einen Knick nach Süden macht. Dieser nördliche Bogen wirft Rätsel auf. Der Weg bietet aber viel Zeit zum Darübernachdenken. Kleine Täler führen den Wanderer nach und durch die kleine Stadt Hollfeld.

Man kommt schließlich in das Tal der Aufseß und in den gleichnamigen Ort. Dieser hat die höchste Brauereidichte der Welt und steht damit im Guinness-Buch der Rekorde. Zudem gibt es hier einen Brauereienwanderweg. Mit angetrunkenen Personen ist zu rechnen. Wer dem übermäßigen Genuss des fränkischen Bieres widerstehen kann wandert über Felder und durch Wälder Richtung Osten nach Plankenfels. Die Neubürg ist hier nur fünf Kilometer entfernt, man hätte also Abkürzen können um sich den nördlichen Bogen zu sparen. Der Gebirgsweg verläßt den Ort schnell wieder, ohne den Plankenstein, ehemaliger Standort einer Ruine mit schöner Aussicht, zu beachten. Nun wandert man im Wiesenttal durch Waischenfeld hindurch und verlässt das Tal gen Osten. Am Weg liegt bald die Sophienhöhle, die mittels Führung zu besichtigen ist. Es geht weiter hinauf auf die Hohenmirsberger Platte. Mit 614 Metern die zweithöchste Erhebung der Fränkischen Schweiz. Die höchste Erhebung ist der Kleine Kulm (falls mal jemand fragt). Es gibt hier einen Aussichtsturm. Der Blick geht bis ins Fichtelgebirge.

Der Weg verläuft wieder Richtung Süden und führt an der jungen Püttlach entlang. Über die Ruine Hollenberg und vorbei an der Voithhöhle (ohne Führer erkundbar) erreicht man den Pegnitzer Schloßberg mit Aussichtsturm.

Auf dem weiteren Weg nach Betzenstein ist leider die Autobahn in Reichweite. Dennoch kann man die Landschaft der Fränkischen Schweiz genießen. Zahlreiche Felsen liegen immer wieder an der Wanderstrecke. Nach Plech passiert man den Eibenfels. Hier befindet sich ein kleiner Klettersteig.

Es geht nun immer weiter nach Süden, die Autobahn entfernt sich allmählich. Immer wieder liegen kleine Ortschaften am Weg. Zeit für einen Rückblick auf den Fränkischen Gebirgsweg. Schon bald erreicht man Hersbruck und kann am Bahnhof seine Wanderung beenden.

Über die Suche von panoramaleben.de finden Sie durch die Eingabe von ‘Gebirgsweg’ oder ähnlichen Begriffen Panoramabilder, die am Weg aufgenommen wurden.

LLGEMEINE TOURENBESCHREIBUNG

Der Fränkische Gebirgsweg in Nordbayern wurde im September 2007 offiziell eröffnet. Er verläuft auf einer Länge von über 400km durch den Frankenwald, das Fichtelgebirge mit dem Steinwald, die Fränkische Schweiz und die Hersbrucker Schweiz.

Der Fernwanderweg ist sehr gut markiert. Er beginnt wie der Frankenweg am Ende des Rennsteigs in Untereichenstein und endet in Hersbruck. Während des Aufbau des Weges wurden viele neue Wegweiser mit Entfernungsangaben errichtet und an wichtigen Wegpunkten wurden Informationstafeln aufgestellt, an denen der Besucher zum Beispiel mehr über landschaftliche Besonderheiten erfährt. Über die Hälfte der Strecke des Fränkischen Gebirgswegs liegt im Fichtelgebirge, wo der Weg die Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Höhepunkte des Mittelgebirges miteinander verbindet.

Da der Streckenverlauf auf der offiziellen Seite mittlerweile sehr gut beschrieben und zudem mit topographischen Karten und GPS-Daten dokumentiert ist, soll hier vor allem auf natürliche Highlights und Besonderheiten eingegangen werden.

Der Wanderweg eignet sich sowohl für Tageswanderungen als auch für mehrtägige Touren.

[Bearbeiten] Abschnitt Frankenwald

Der Fränkische Gebirgsweg startet am Ende des Rennsteigs in Blankenstein und verläuft von dort aus nach Münchberg. Die landschaftlichen Highlights halten sich in Grenzen. Der Weg dient wohl vielmehr als Verbindung der beiden Fernwanderwege.

[Bearbeiten] Abschnitt Fichtelgebirge

Das Fichtelgebirge ist ein größtenteils bewaldetes Mittelgebirge. Der Fränkische Gebirgsweg verläuft in der Landschaft mit Höhen bis über 1000 Metern meistens auf idyllischen Pfaden. Am Weg liegen eindrucksvolle Felsen aus Granit, die oftmals über Treppen zu erreichen sind und wie die Gipfel im Fichtelgebirge eine herrliche Aussicht bieten. Zahlreiche Flüsse und Bäche entspringen an den Hängen der Berge.

Leider gibt es nur sehr wenige Schutzhütten, teilweise bieten aber Felsen Übernachtungsmöglichkeiten. Zudem gibt es Unterkunftshäuser des Fichtelgebirgsvereins, in denen man nächtigen kann. Allerdings sollte man dort rechtzeitig vorher anfragen. Die Orte am Weg verfügen natürlich über Pensionen und Hotels.

Der Abschnitt Fichtelgebirge startet in Münchberg, eine Stadt, die man möglichst schnell hinter sich lassen sollte. Nach Zell führt der Weg in das Waldsteingebirge, wo man zunächst auf die Quelle der Sächsischen Saale trifft, die aus einem alten Bergwerksstollen entspringt. Der Wanderweg lässt dann einige Felsen links liegen, jedoch lohnt sich ein Abstecher zum Arndsteinfels, von dem aus man auf Teile des bisher erwanderten Weges zurückblicken kann. Man erreicht nun den Großen Waldstein, mit 879 Meter der erste Gipfel im Fichtelgebirge. Hier findet man Reste der Ruine Rotes Schloss. Am Weg entdeckt man neben zahlreichen Felsen auch den bizzaren Teufelstisch. Höhepunkt ist der Aussichtspunkt Schüssel, von dem man eine schöne Rundumsicht hat und die kommenden Ziele begutachten kann. Im Waldsteinhaus kann übernachtet werden.

Als nächstes liegt die Ruine Epprechtstein am Weg. Auch sie bietet eine schöne Aussicht. Zahlreiche alte Steinbrüche liegen in diesem Gebiet, die über einen Rundweg erschlossen sind. Hier kann man sich mit bereitliegenden Werkzeugen auch selbst beim Steinemeiseln vergnügen. Unterhalb der ehemaligen Burg liegt eine Schutzhütte.

Vorbei an Kirchenlamitz geht es Richtung Kornberg. Im Südwesten des Großen Kornberges befindet sich bei den Zigeunersteinen der Wackelstein. Er lässt sich mit Hilfe einer Stange als Hebel problemlos ins Wanken bringen. Im Fichtelgebirge gibt es noch zwei weitere Wackelsteine.

Es geht nun weiter bergauf zur Ruine Hirschstein. Sie zählte einst zu den ältesten Burgen des Fichtelgebirges. Die Felsen bieten eine schöne Aussicht Richtung Süden und somit auch ein sonniges Plätzchen. Auf dem Nordweg geht es weiter zum Gipfel des 827 Meter hohen Großen Kornbergs. Dort befindet sich ein ehemaliger Aufklärungsturm der Bundeswehr und der Aussichtsturm Schönburgwarte. Der Abstieg erfolgt Richtung Spielberg. Später trifft man auf die A93. Danach führt der Weg durch das Tal der Eger. Der Wanderweg passiert einige kleinere Ortschaften und trifft dann auf Arzberg, von wo aus er hinauf auf den Kohlberg mit der Waldenfelswarte führt. Der Name Kohlberg kommt von den ehemaligen Kohlemeilern am Südhang des Berges. Scherzhaft wird der Kohlberg aber auch Zuckerhut genannt, weil dort früher Zucker über die nahe gelegenen Grenze zu Tschechien geschmuggelt wurde. Wer noch Zeit hat, kann auch einen Abstecher zum Feisnitzspeicher machen, einem kleinen Stausee.

Der Fränkische Gebirgsweg orientiert sich nun weiter Richtung Osten um so nach Waldsassen zu gelangen. Danach geht es, vorbei an Mitterteich, wieder in die andere Richtung um zum Steinwald zu wandern. Der Steinwald ist ein kleiner Naturpark im Südosten des Fichtelgebirges. Der erste Felsen ist der Hackelstein. Hier gibt es auch einen kleinen Klettersteig (den einzigen im Fichtelgebirge). Der Nachbarfelsen ist aber auch ohne Ausrüstung zu bezwingen. Hier müsste es auch eine Schutzhütte geben.

Dann geht es auf einem schönen Pfad hinauf zur Ruine Weißenstein. Von ihr waren nur noch einige Reste übrig. Sie wurde vor etwa zehn Jahren restauriert und ist heutzutage gut zugänglich und deshalb auch gerne besucht. Anschießend geht es leicht aber stetig bergauf zur Platte, der höchsten Erhebung des Steinwaldes. Dort befindet sich der Oberpfalzturm. Nachdem der alte Turm aus den 70er Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste, errichtete man 2000 den jetzigen Aussichtsturm. Die Aussichtsplattform liegt in etwa 30 Meter Höhe. Es gibt dort auch einen kleinen Unterstand. Man trifft hier zudem auf den Goldsteig und könnte darauf direkt in den Bayerischen Wald weiter wandern.

Der Fränkische Gebirgsweg verlässt leider den Steinwald, ohne dass man die zahlreichen und sehenswerten Felsen zu Gesicht bekommt. Es lohnt sich hier einen Abstecher zu machen.

Der Wanderweg geht zunächst in dichter besiedeltes Gebiet und dann Richtung Kösseine. Hier liegt rechts des Weges nördlich von Schurrbach ein weiterer Wackelstein, der mit der bloßen Hand ohne großen Kraftaufwand ins Wanken gebracht werden kann. Die 939 Meter hohe Kösseine ist einem wegen des charakteristischen Doppelgipfels bestimmt schon vorher aufgefallen. Man sollte hier am Aussichtsturm vorbeigehen, um dann an den Felsen die Aussicht und Ruhe zu genießen. Das Kösseinehaus bietet nach Voranmeldung Übernachtungsmöglichkeiten.

Im nördlichen Kösseinegebiet geht es zum Haberstein. Der Felsen ist über Treppen zu erreichen, schöne Rundumsicht. Auf halber Höhe befindet sich eine hölzerne Plattform, die zum längeren Pausieren einlädt. Dann geht es auch schon weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem Burgstein mit dem gleichnamigen Felsen. Auch Johann Wolfgang von Goethe und Ludwig Tieck genossen hier schon die Aussicht. Weiter in Richtung Norden liegt der Kaiserfelsen. Nach ihm beginnt das Felsenlabyrinth Luisenburg. Diese einmalige Felsenlandschaft sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Riesige Felsen bilden Höhlen, enge Durchgänge und steile Pfade. Mit großen Rucksäcken wird man allerdings an manchen Stellen Probleme bekommen. Der Fränkische Gebirgsweg selbst führt am Labyrinth vorbei. Eventuell kann man sein Gepäck unten an der Kasse oder in der Gaststätte abgeben.

Der Wanderweg macht einen Knick nach Süden und führt nach Nagel. Wenn man dort nicht hin muss (wegen Übernachtung o.ä.) sollte man vorher nach Hohenbrand abzweigen und Richtung Hohe Matze wandern. Von dort aus geht es auf dem Höhenweg (ein schöner Pfad) zur Girgelhöhle, wo man wieder auf den Gebirgsweg trifft. Laut einer Geschichte soll sich dort der Girgel wegen eines Verbrechens (Mord eines Nebenbuhlers) versteckt haben. Er hat sieben Jahre in der Höhle gewohnt bis er schließlich entdeckt und hingerichtet wurde. Es folgen die Prinzenfelsen. Auch hier Treppe auf Fels und Aussicht. Anschließend wird man am Silberhaus mit der B303 konfrontiert. Nach der waghalsigen Überquerung geht es aber auf einem Pfad durch den Wald hinauf zur Platte. Die Platte ist 884 Meter hoch und bietet eine schöne Aussicht Richtung Tschechien und zur Kösseine. Oben befindet sich ein Gipfelkreuz mit Gipfelbuch, darunter bilden Felsbrocken ein etwa 12000 Quadratmeter umfassendes Blockmeer, das unter Naturschutz steht. Empfehlenswert ist die Beobachtung des Sonnenunter- und Sonnenaufgangs.

Übers Seehaus (Übernachtung nach Voranmeldung möglich) führt der Weg weiter zum Nusshardt. Vom 972 Meter hohen Nußhardt hat man einen herrlichen Rundblick (ihr kennt das ja mittlerweile) u.a. auf den Fichtelsee, Ochsenkopf und Schneeberg. Die mit Wasser gefüllten Vertiefungen auf dem Felsen werden bzw. wurden als Druidenschüsseln oder Opferwannen bezeichnet. Unter dem Nußhardt befindet sich eine “Höhle”, die Nußhardtstube.

Danach folgt der Anstieg zum Schneeberg. Mit 1051 Metern der höchste Berg Frankens und somit auch der höchste Punkt dieser Wanderung. Der Gipfel des Berges ist von alten militärischen Anlagen aus dem Kalten Krieg geprägt. Bis 1996 war der Gipfelbereich nicht zugänglich, heute steht ein großer Teil unter Naturschutz. Bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 3,7 Grad Celsius gibt es hier seltene Pflanzen und Tiere. Zudem steht auf einem Felsen der kleine hölzerne Aussichtsturm Backöfele.

Man verlässt den Schneeberg und kommt am 1000 Meter-Stein vorbei, der einen nochmal auf die Höhe hinweißt. Es geht nun langsam bergab bis zu einem Abstecher zum Haberstein. Durch den Einsturz einer Felsbildung/Felsburg und der späteren Einwirkung von Frost (Frostsprengung) entstand hier das größte natürliche Blockmeer im Fichtelgebirge. Die mit seltenen Moosen und Flechten bewachsenen Trümmer sind bereits seit 1939 Naturschutzgebiet. Zudem dient der extreme Lebensraum Blockhalde seltenen Tieren als Heimat. Der Blick geht auf die andere Talseite zum Ochsenkopf, der zwar in greifbarer Nähe ist, aber erst in 10 Kilometern erreicht wird. Vorher geht es nämlich hinunter zum Fichtelsee, den der Fränkische Gebirgsweg halb umrundet (es gibt dort eine Brücke). Schutzhütten sind dort vorhanden.

Vorbei an Fichtelberg geht es nach oben zum Ochsenkopf. Man trifft zunächst auf die Fichtelnaabquelle (Schutzhütte) und kann die Aussicht vom Weißmainfels genießen. Dann kommt man zum Ursprung des Mains, bzw. des Weißen Mains, einem der beiden Quellflüsse. In der Nähe der Weißmainquelle gibt es eine Schutzhütte. Bevor man den Gipfel erreicht, sollte man nochmal die Stille am Goethefelsen genießen. Der 1024 Meter hohe Ochsenkopf ist touristisch nämlich sehr gut erschlossen (Seilbahn, Gaststätte, Türme, Sommerrodelbahn, Mountainbiketrail usw.). Der Abstieg erfolgt nach Norden. Vorbei am sagenumwobenen Schneeloch, das direkt rechts am Weg liegt, geht es Richtung Bischofsgrün. Vorher hat man vom Hügelfels einen Blick über den Ort. Wer kein Bedürfnis hat dort hin zu gehen, kann am Beginn der Sommerrodelbahn nach links abzweigen und somit etwas abkürzen.

Der Weg führt nun lange durch den Wald und trifft vor Goldkronach auf den Fürstenstein. Dann geht es Richtung Süden und man kommt immer wieder durch menschliche Siedlungen. Man passiert kleinere Ortschaften und kommt schließlich über den Main (diesmal der Rote Main) in den Park der Eremitage. Man sollte sich für die Anlage kurz Zeit nehmen. Mit etwas Glück erlebt man die Wasserspiele.

[Bearbeiten] Abschnitt Fränkische Schweiz/Frankenalb

Nach der Eremitage folgen ein paar Vororte von Bayreuth bis man wieder auf den Main trifft. Dort ist nicht nur für geologisch Interessierte ein Abstecher zur Bodenmühlwand zu empfehlen. An einem Prallhang des Roten Mains befindet sich die etwa 20 Meter hohe Felswand. Dort sind Schichten des Keuper freigelegt. Auch Versteinerungen wurden entdeckt. Die Bodenmühlwand zählt zu Bayerns schönsten Geotopen.

Der Wanderweg orientiert sich am Roten Main und führt nach Creussen. In einem kleinen Bogen geht es durch das historische Städtchen, bis man wieder in bewaldetes Gebiet gelangt. Auf einer Forststraße erreicht man die zweite Quelle des Mains. Die Rotmainquelle ist nicht ganz so schön gefasst wie die des Weißen Mains. Dafür ist sie auch seltener besucht.

Später lernt man mit der A9 eine weitere Autobahn kennen (sofern man erst in Münchberg gestartet ist). Der Weg führt dann weiter durch Wald. Ein weiteres Highlight am Weg ist die Neubürg. Das Hochplateau bietet sowohl eine schöne Aussicht als auch sehenswerte Kunstwerke, die den NaturKunstRaum Neubürg bilden. Weiter geht es nach Norden, vorbei an Obernsees, Schönfeld und weiteren Ortschaften, bis der Weg wieder einen Knick nach Süden macht. Dieser nördliche Bogen wirft Rätsel auf. Der Weg bietet aber viel Zeit zum Darübernachdenken. Kleine Täler führen den Wanderer nach und durch die kleine Stadt Hollfeld.

Man kommt schließlich in das Tal der Aufseß und in den gleichnamigen Ort. Dieser hat die höchste Brauereidichte der Welt und steht damit im Guinness-Buch der Rekorde. Zudem gibt es hier einen Brauereienwanderweg. Mit angetrunkenen Personen ist zu rechnen. Wer dem übermäßigen Genuss des fränkischen Bieres widerstehen kann wandert über Felder und durch Wälder Richtung Osten nach Plankenfels. Die Neubürg ist hier nur fünf Kilometer entfernt, man hätte also Abkürzen können um sich den nördlichen Bogen zu sparen. Der Gebirgsweg verläßt den Ort schnell wieder, ohne den Plankenstein, ehemaliger Standort einer Ruine mit schöner Aussicht, zu beachten. Nun wandert man im Wiesenttal durch Waischenfeld hindurch und verlässt das Tal gen Osten. Am Weg liegt bald die Sophienhöhle, die mittels Führung zu besichtigen ist. Es geht weiter hinauf auf die Hohenmirsberger Platte. Mit 614 Metern die zweithöchste Erhebung der Fränkischen Schweiz. Die höchste Erhebung ist der Kleine Kulm (falls mal jemand fragt). Es gibt hier einen Aussichtsturm. Der Blick geht bis ins Fichtelgebirge.

Der Weg verläuft wieder Richtung Süden und führt an der jungen Püttlach entlang. Über die Ruine Hollenberg und vorbei an der Voithhöhle (ohne Führer erkundbar) erreicht man den Pegnitzer Schloßberg mit Aussichtsturm.

Auf dem weiteren Weg nach Betzenstein ist leider die Autobahn in Reichweite. Dennoch kann man die Landschaft der Fränkischen Schweiz genießen. Zahlreiche Felsen liegen immer wieder an der Wanderstrecke. Nach Plech passiert man den Eibenfels. Hier befindet sich ein kleiner Klettersteig.

Es geht nun immer weiter nach Süden, die Autobahn entfernt sich allmählich. Immer wieder liegen kleine Ortschaften am Weg. Zeit für einen Rückblick auf den Fränkischen Gebirgsweg. Schon bald erreicht man Hersbruck und kann am Bahnhof seine Wanderung beenden.