Harz: Auf der Teufelsmauer

Geschrieben am 12.10.2009 in Wandern
Hamburger Wappen

Hamburger Wappen

Wanderung im Nordostharz zwischen Timmenrode und Blankenburg

Zunächst geht es hinauf zum Hamburger Wappen. Die Sandsteinfelsen zeigen eine ganz andere Landschaft als man sie sonst vom Harz kennt. Wir befinden uns ja auch im Harzhinterland – oder Vorderland, je nachdem aus welcher Richtung man kommt.

Durch einen lichten Kiefern- und Eichenwald verläuft die Wanderung zunächst auf normalen Wegen und Pfaden. Ich bin in Timmenrode gestartet (Parken am Sportplatz) und will bis zum Großvaterfelsen bei Blankenburg laufen. Eigentlich nur ein Spaziergang.

Kammweg

Kammweg

Später teilt sich jedoch der Weg und ich muss mich zwischen einem leichten Hangweg und einem “beschwerlichen, aber aussichtsreichen” Weg über den Kamm entscheiden. Natürlich fällt die Entscheidung leicht. Es geht nun steil hinauf. Oben verläuft der Weg immer mehr über Felsen und schon bald könnte man meinen, man wäre im Elbsandsteingebirge. Zwar ist der Pfad noch weit davon entfernt, ein Klettersteig zu sein, dennoch erfordert der Weg konzentrierte Schritte, da es stellenweise sehr schmal ist.

Auch die ein oder andere Spalte befindet sich im Boden. Allerdings bieten Geländer Hilfe bei den kleinen Klettereinlagen. Zweimal kommen mir ältere Paare entgegen, die besorgt fragen, wie weit es denn noch sei. Der Weg zieht sich hin und so kann ich sie nicht beruhigen. Leider haben die Sonntagsausflügler eher Schuhe für die Fußgängerzone an als für einen Felsensteig. Obwohl ich gefühlt mein Ziel schon längst erreicht haben müsste, dauert es noch etwas, bis ich zum ersten Aussichtspunkt gelange. Unten auf der Straße fährt eine Pferdekutsche, dahinter reihen sich zahlreiche Autos an.

Schließlich treffe ich am Großvaterfelsen ein. Auch hier gibt es einen spannenden Aufstieg. Oben bleibt nur wenig Zeit, um ein Panoramabild zu fotografieren, auf dem es eine freie Sicht ohne Menschen gibt. Der Fels ist ein wahrer Touristenmagnet.

Aufstieg Großvaterfelsen

Aufstieg Großvaterfelsen

Für den Rückweg nehme ich den Hangweg. Hier kommt man sehr leicht und schnell voran. An der Weggabelung treffe ich wieder eines der Paare, die den Kammweg überstanden haben. Sie sind vom Schweiß durchnässt und sichtlich erleichtert, dass ihr Rückweg nach Blankenburg nun einfacher wird.

zu den Panoramabildern

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Harz: Hohneklippen

Geschrieben am 05.10.2009 in Wandern

Ich parkte etwas entfernt von Drei-Annen-Hohne auf einem kostenlosen Parkplatz Richtung Elbingrode. Im Bereich des Bahnhofes waren viele Menschen unterwegs. Die meisten fahren hier mit dem Zug auf den Brocken, viele machten sich aber auch zu Fuß auf den Weg. So war anfangs auf dem Weg viel los, viele wollten zum Ottofels und zur Steinernen Renne (da gibt es Essen).  Ich wanderte zum Trudenstein, die Massen waren zunächst verschwunden. An dem Fels, der oberhalb eines Steinbruchs liegt, war allerdings wieder die Hölle los. Mehrere Wandergruppen sammelten sich dort. Ich musste eine Zeit lang warten, ehe ich die Leitern aufsteigen konnte um von oben schnell ein Panoramabild zu machen. Besonders negativ viel ein älterer Herr mit zahlreichen Wanderabzeichen und -nadeln auf seinem Hut auf, der jedem lautstark beim Stempeln mitteilte, dass sie schon mal Kaffee auf das Stempelkissen schütteten, da dieses nicht mehr funktionierte.

Hohneklippen

Hohneklippen

Ich flüchtete hinauf zur Leistenklippe. Auf dem Weg war endlich Ruhe. Bis oben auf dem Kamm. Ständig traf ich auf andere Wanderer und leider auch Wandergruppen, die scheinbar durch Lärm auffallen wollen. Dementsprechend voll war es auch auf der Klippe. Hier war auch wieder der Kaffeemann, der mehrere Stempelheftchen aus seiner Tasche zog. So macht wandern Spaß.

Vorbei an den anderen Klippen wollte ich zur Landmannsklippe, meist nur als Landmann bezeichnet. Leider war ich dort bisher nicht. Der Weg ist relativ schwer zu finden und nicht markiert. Ich fand glücklicherweise den Einstieg und wanderte auf dem Pfad Richtung Landmann, immer (bzw. oft) den Blick aufs GPS gerichtet. Aus der Ferne vernahm ich Stimmen. Als große Granitfelsen auftauchten, konnte ich aus einiger Entfernung eine Kinder-/Jugendgruppe erkennen, denen ich vorher auch schon mal begegnet bin. Desweiteren traf ich auf einen jungen Mann, bei dem ich mich versicherte, ob es hier zum Landmann ginge. Er meinte, der Weg sei etwas “tricky”, müsste aber inzwischen schon “ausgelatscht” sein. Wenn ich es nicht schaffe, solle ich einfach wieder umkehren. In schwierigem Gelände ging es etwas bergab, bis ich endlich auf das Eulensymbol traf. Es kennzeichnet den Weg von unten über den Treppenstieg zur Klippe. Der Aufstieg zum Landmann selbst ist sehr anstrengend und nicht ganz einfach. Ich traf immer wieder auf Leute.

Aussicht vom Landmann

Aussicht vom Landmann

Endlich war ich oben angekommen und  konnte die herrliche Aussicht über bewaldete Flächen hinüber zum Brocken erleben. Obwohl der Landmann mittlerweile nicht mehr so unbekannt und relativ gut besucht ist, konnte ich hier die gewohnte Einsamkeit des Harzes genießen. Der junge Mann traf später ein und stellte auch fest, das heute sehr viel los ist. Er stimmte auch zu, dass das Benehmen der Wandergruppen nicht angemessen ist. Beim Abstieg kam mir wieder die Kindergruppe entgegen, die übrigens an den Felsen sehr gefährliche Kletteraktionen unternahmen – ohne dass die ‘Betreuer’ was dagegen hatten. Schnell weg.

Es ging weiter zum Ottofels, an dem glücklicherweise und vermutlich wegen des fortgeschrittenen Tages nicht mehr so viel los war.

Bisher war es so, dass man im Harz außer auf dem Brocken und fernab von Anziehungspunkten wie Aussichtsfelsen auch am Samstag relativ einsam wandern konnte. Das hat sich mittlerweile anscheinend geändert. Vielleicht war das spätsommerliche Herbstwetter auch einfach zu gut.

Panoramabilder der Wanderung:
Trudenstein
Leistenklippe
Grenzklippe
Landmann
Ottofels

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