Am Morgen mache ich einen kleinen Spaziergang. Von meinem Übernachtungsplatz aus erschließt ein kleiner Rundwanderweg das angrenzende Gebiet. Der Regen der vergangenen Nacht macht sich deutlich in den Bächen und Flüssen bemerkbar. Ich fotografiere diverse Pflanzen und auf einer Weide ruhende Kühe.
Anschließend geht es zur nächsten Station meiner Reise, den Schleierfällen. Eine steile Straße führt hinunter zum Fluss. Am dortigen Parkplatz muss ich kleinere Reparaturen an der Inneneinrichtung vornehmen, da komischerweise in diesem Urlaub zwei Schrankgriffe abgebrochen sind. Nun auch leider der vom Kühlschrank, so dass sich dieser nur mit Werkzeug öffnen lässt. Ich muss also die Kühlschranktür von der Schranktür lösen, andere Griffe abmontieren um sie dann wieder anderswo anzuschrauben. Nachdem das alles erledigt ist wandere ich zum Scheibum, einem Felsdurchbruch im Tal der Ammer. Auf der anderen Talseite geht es dann Richtung Schleierfälle. Vom Waldrand aus wird der Blick auf die umliegenden Berge frei und zu meiner größten Freude stelle ich fest, dass diese mit frischem Schnee bedeckt sind.
Auf einer Waldlichtung weiden zwei Pferde. Ich erkenne, dass ich mich mitten auf einer Weide befinde. Die beiden Pferde erkennen auch, dass ich mich mitten auf einer Weide befinde und kommen an galoppiert. Während das kleine ständig furzt und seinen Spaß dabei hat, knappert seine Mutter an meiner Jacke und hat auch sichtlich Spaß dabei. Ich hingegen versuche meine Jacke wieder aus dem Pferdemund zu bekommen und darf mich dann über Pferdesabber freuen. Die beiden Tiere begleiten mich dann noch bis zum Ende ihres Territoriums.
Schließlich führt der Pfad dann hinab zu den Wasserfällen, begleitet von Warnschildern, dass man das Obere der Fälle wegen Instabilität und Lebensgefahr nicht betreten dürfe. Andere Schilder beschreiben ein gänzliches Betretungsverbot, aber irgendwie ist nicht ganz klar, ob man jetzt dort hin darf oder nicht. Mehrere andere Touristen sind auf jeden Fall den Weg bis zum Wasserfall gefolgt. Die Schleierfälle sind tatsächlich ein besonderes Naturschauspiel. Das Wasser rinnt kaskadenartig über moosbedeckte Felsen hinab und bildet eine Art Schleier. Bei hochsommerlichen Temperaturen sicherlich ein erfrischender Anblick. Heute beginnt es aber wieder zu regnen bzw. zu graupeln und ich mache mich wieder auf den Rückweg.
Für die Nacht finde ich einen sehr schönen Platz irgendwo im bayerischen Nirgendwo. Blick auf frisch verschneite Berge und eine tolle Abenddämmerung. Kalt.