Tag 7 – Wasser

Geschrieben am 13.06.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Am Morgen mache ich einen kleinen Spaziergang. Von meinem Übernachtungsplatz aus erschließt ein kleiner Rundwanderweg das angrenzende Gebiet. Der Regen der vergangenen Nacht macht sich deutlich in den Bächen und Flüssen bemerkbar. Ich fotografiere diverse Pflanzen und auf einer Weide ruhende Kühe.

Anschließend geht es zur nächsten Station meiner Reise, den Schleierfällen. Eine steile Straße führt hinunter zum Fluss. Am dortigen Parkplatz muss ich kleinere Reparaturen an der Inneneinrichtung vornehmen, da komischerweise in diesem Urlaub zwei Schrankgriffe abgebrochen sind. Nun auch leider der vom Kühlschrank, so dass sich dieser nur mit Werkzeug öffnen lässt. Ich muss also die Kühlschranktür von der Schranktür lösen, andere Griffe abmontieren um sie dann wieder anderswo anzuschrauben. Nachdem das alles erledigt ist wandere ich zum Scheibum, einem Felsdurchbruch im Tal der Ammer. Auf der anderen Talseite geht es dann Richtung Schleierfälle. Vom Waldrand aus wird der Blick auf die umliegenden Berge frei und zu meiner größten Freude stelle ich fest, dass diese mit frischem Schnee bedeckt sind.

Auf einer Waldlichtung weiden zwei Pferde. Ich erkenne, dass ich mich mitten auf einer Weide befinde. Die beiden Pferde erkennen auch, dass ich mich mitten auf einer Weide befinde und kommen an galoppiert. Während das kleine ständig furzt und seinen Spaß dabei hat, knappert seine Mutter an meiner Jacke und hat auch sichtlich Spaß dabei. Ich hingegen versuche meine Jacke wieder aus dem Pferdemund zu bekommen und darf mich dann über Pferdesabber freuen. Die beiden Tiere begleiten mich dann noch bis zum Ende ihres Territoriums.

Schließlich führt der Pfad dann hinab zu den Wasserfällen, begleitet von Warnschildern, dass man das Obere der Fälle wegen Instabilität und Lebensgefahr nicht betreten dürfe. Andere Schilder beschreiben ein gänzliches Betretungsverbot, aber irgendwie ist nicht ganz klar, ob man jetzt dort hin darf oder nicht. Mehrere andere Touristen sind auf jeden Fall den Weg bis zum Wasserfall gefolgt. Die Schleierfälle sind tatsächlich ein besonderes Naturschauspiel. Das Wasser rinnt kaskadenartig über moosbedeckte Felsen hinab und bildet eine Art Schleier. Bei hochsommerlichen Temperaturen sicherlich ein erfrischender Anblick. Heute beginnt es aber wieder zu regnen bzw. zu graupeln und ich mache mich wieder auf den Rückweg.

Für die Nacht finde ich einen sehr schönen Platz irgendwo im bayerischen Nirgendwo. Blick auf frisch verschneite Berge und eine tolle Abenddämmerung. Kalt.

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Tag 6 – Moos

Geschrieben am 11.06.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Der Samstag beginnt mit Regen, der aber schon bald von Sonnenschein verdrängt wird. Da für Nachmittag schon wieder Gewitter angekündigt werden, entschließe ich mich zu einer Radtour durchs Murnauer Moos. Dieses große flache Gebiet war mir schon vorgestern vom Hörnle aus aufgefallen. Ich fahre gemütlich auf dem Schotterweg, halte hier und da um ein paar Bilder zu machen. Da das Wetter noch hält geht die Tour durch Murnau weiter an den Staffelsee, an dessen südlichen Ufer ich entlang fahre. Später biege ich nach links ab und muss mangels Mountainbike mein Rad über schlammige Pfade schieben. Dann beginnt es doch zu regnen. Ich hatte natürlich in weiser Voraussicht meine Regenhose mitgenommen. Natürlich lässt der Regen aber nach, sobald ich diese übergezogen hatte. Immer das Gleiche…

Ich fahre wieder hinunter ins Moos und beobachte das Wetter. Die Wolken werden dichter, teilweise gehen Schauer nieder, es donnert in der Ferne. Gerade als der große Regen anfängt erreiche ich den Bus, hinten an den Bergen gewittert es. Zahlreiche Ulmensamen werden vom Wind wie Schneeflocken durch den Gegend gewirbelt. Die Nacht hindurch regnet es.

 

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Tag 5 – Klamm

Geschrieben am 28.05.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Auf dem Weg nach Garmisch-Partenkirchen. Ein bisschen was einkaufen, Frischwasser tanken, nicht mehr so frisches Wasser entsorgen. Bis ich das alles erledigt hatte, war bereits Mittag. Eigentlich wollte ich mir mal den Eibsee ansehen, aber die Partnachklamm lockte auch. Tief eingeschnitten strömt dort das Wasser lautstark durch den Berg. Die Kraft des Wassers ist sehr beeindruckend und ich bin den ganzen Nachmittag beschäftigt.

Mangels schönen und kostenlosen Parkmöglichkeiten in GAP ging es dann wieder zurück nach Oberammergau. Dort habe ich dann noch eine abendliche Radfahrt gemacht und die trockenen Flussbetten sowie die tolle Abendstimmung betrachtet.

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Tag 4 – Die große Show

Geschrieben am 28.05.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Für diesen Tag wurde Gewitter vorhergesagt. Mein Vormittagsprogramm begann mit einer Radfahrt nach Unterammergau. Dort habe ich einen schönen Platz für die nächste Nacht entdeckt. Ich traf zu dem auf blonde Schönheiten, die auf einer großzügigen Weidefläche umher galoppierten, die blonde Mähne im Wind.

Am frühen Nachmittag gab es dann tatsächlich ein Gewitter. Den Regen habe ich zum gemütlichen Lesen im Bus genutzt.

Am späteren Nachmittag hatte sich das Wetter wieder gebessert und ich musste einfach raus und auf einen Berg. Um kurz nach 16 Uhr bin ich zu einer sehr spontanen Wanderung aufgebrochen. Ich hatte mir ein Brötchen mitgenommen und eines als Anreiz für eine baldige Rückkehr in der Küche gelassen.

Der Weg wurde bald zu einem Pfad durch urwüchsiges Grün inklusive Bachdurchquerung. Anfangs überprüfte ich noch ständig, ob irgendwelche Wetterwarnungen vorlagen, dann habe ich es aber aufgegeben, da es mich eh nur beunruhigt hätte.

Ich hatte mir zwei Punkte ausgesucht, den einen wollte ich um 17 Uhr erreichen, den anderen gegen 18 Uhr. Letzterer war der 1548 m hohe Gipfel des hinteren Hörnle. Ich kam trotz des steilen Weges aufgrund meiner Motivation gut voran und erreichte tatsächlich gegen 17 Uhr den ersten Punkt. Der Pfad durch dichten Fichtenwald wurde immer steiler und anstrengender, aber ich wollte unbedingt auf den Gipfel. Je höher ich kam, desto kälter wurde es und der Wind nahm zu. Irgendwie logisch.

Auf dem Weg traf ich auf mehrere von der Kälte erstarrte Salamander. Dann lichtete sich der Wald und eine fantastische Show begann – und ich war mitten drin. Nur Goethe wäre wohl in der Lage, das von mir Erlebte in die passenden Worte zu fassen.

Wolken zogen über den Berg, hüllten die Fichten in Grau, um sie kurz darauf wieder frei zugeben. Überall erschienen graue Gestalten, tanzten wie Gespenster vom Wind entfacht in alle Richtungen. Berggipfel verschwanden und tauchten wieder auf. Zeitweise beleuchtete die Sonne das Szenario. Um 18.15 Uhr hatte ich das Gipfelkreuz erreicht und genoss dieses tolle Naturschauspiel.

Auf dem Rückweg gab es zudem noch einen schönen Sonnenuntergang. Am Horizont zeichnete sich ab, dass die Sonne bald noch mal zum Vorschein kommen sollte. Die Landschaft wurde in ein sanftes hellrotes Licht getaucht.

Um 21 Uhr war ich wieder am Bus und bekam das zweite Brötchen.

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Tag 3 – Oberammergau

Geschrieben am 27.05.2011 in Busreise Bayerische Alpen - Mai 2011, Reiseberichte

Primär wegen Nahrungssuche fahre ich weiter nach Oberammergau. Holzschnitzereien und Souvenirs sind dort aber einfacher zu bekommen als Essen.

Der Kofel, der 1.342 m hohe markante Hausberg von Oberammergau ist mein nächste Ziel. Aber schon von unten sieht er nicht so aus, als sei er für mich geeignet. Im Internet finde ich Aussagen wie Klettersteig und auch mit Kindern problemlos machbar. Die Drahtseile am Fuße des Berges bestätigen meine Befürchtungen. Das lass‘ ich lieber mal, auch wenn alle anderen ohne Sicherung da mal eben locker rauf und runter spazieren. Ich wandere dann weiter auf einem Pfad durch Wald, leider immer mit der Bundesstraße im Ohr. Dann geht es aber über eine Wiese nach oben. Wunderschöne alte Ahornbäume wachsen dort und bilden für mich das Highlight dieses Wandertages. Noch weiter oben wird der Pfad richtig schön, tolle Felsen erscheinen im Blickfeld. Aber aufgrund des Geländes und des unsicheren Wetters – es sieht gewittrig aus und erste Schauer ziehen übers Land – entschließe ich mich doch zur Umkehr. Heute also kein Gipfel.

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